Eingekauft: Drei günstige Matcha – Ein Vergleich

Einsteiger in die Welt des Matcha haben es schwer, die richtige Sorte zu finden. Es gibt unglaublich viele Anbieter, seit Matcha zum Kultgetränk der Stars geworden ist.
Zunächst gilt wie eigentlich bei allen Dingen, die man sich anschaffen will: vergleiche die Angebote und lies die Bewertungen! Letztendlich aber muss man sich entscheiden und ins kalte Wasser springen, Verköstigungen gibt es selten, manche Teehändler bieten Probepäckchen an.
Ich will meinen Teil (hoffentlich nicht nur zur Verwirrung) beitragen und hier drei Sorten zeigen, die ich jüngst bestellt und probiert habe. Ich werde auch nochmals auf ein paar Grundkriterien eingehen, die bei der Beurteilung helfen können. Dass die nötige Grundausstattung vorhanden ist, setze ich voraus (Chawan, Chasen, Chashaku).
Eine Grundregel bei günstigem Matcha: hier wird es sich niemals um Spitzentees handeln, sondern immer um solide Alltagstees. Diese kosten zwischen 50 Cent und 1 Euro pro Gramm. Soviel kostet es auf jeden Fall (es sei denn, man kauft direkt in Japan ein…). Wer das nicht ausgeben will, sollte die Finger gleich vom Matcha lassen!

Alle günstigen Matcha sollten mit Wasser um die 80 Grad Celsius zubereitet werden, da sie bitter werden, wenn man zu viel Geschmack aus ihnen herauslöst. Generell gilt: je hochwertiger der Matcha, desto höher die Wassertemperatur (man würde vielleicht zunächst eher genau anders herum denken, aber es geht hier darum, wieviel Aroma man herauslösen kann und soll).
Kandidat Nummer 1:

Matcha Yadake von Sunday Natural (Bio)
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Dieser Tee kommt in einer sehr einfachen Dose und ist noch einmal in einer Tüte verpackt. Ich persönlich mag das nicht so gerne, weil das Umfüllen in die Dose immer etwas umständlich ist und einiges vom Pulver in der Tüte zurückbleibt. Aber das ist ein Detail. Der Tee duftet wenig beim Öffnen, es entsteigt ihm auch nicht viel „Dust“ (ein erstes Qualitätkriterium! Beim Öffnen einer Dose sollte es aussehen, als steige ein feiner Nebel auf, dann ist der Matcha auch gut gelagert worden und frisch). Ich ahne also: der ist entweder länger gelagert oder er war nicht (ausreichend) gekühlt. Die eher hellgrüne Farbe unterstreicht diesen Eindruck. Bei diesem Matcha gilt: nicht zu hoch dosieren, denn er ist herb! Er schmeckt bitter (wenn auch nicht extrem) und hat vor allem Grasnoten, etwas Alge, aber keine süßlichen Aromen zu bieten. Von den drei getesteten fand ich diesen am schlechtesten. Ich würde ihn im Grunde nur zum Mixen und Kochen empfehlen, dafür aber wäre er sehr gut geeignet. Preislich war er nicht einmal der Günstigste mit rund 18 Euro für 30 Gramm (ca. 60 Cent/ Gramm).

Nr. 2: Matcha Aoarashi von Koyamaen

aoarashi

Ich bin ein bekennender Freund der Tees von Koyamaen, und das hat seinen Grund vor allem darin, dass ich von dieser Plantage den ersten guten günstigen Matcha getrunken habe, den Matcha Aoarashi. Es handelt sich um den günstigsten hier erhältlichen Matcha von Koyamaen mit knapp 16 Euro für 40 Gramm (ca. 40 Cent/ Gramm). Die Qualität ist für diesen Preis unglaublich. Zwar ist auch der Aoarashi noch etwas herb, aber er vermittelt schon eine Ahnung, wie gut die teureren Tees von Koyamaen schmecken. Leicht nussig, etwas süßlich und aromatisch. Für diesen Preis kann man nicht viel falsch machen, wer dauerhaft günstig Matcha trinken will, kann auch eine 100-Gramm-Dose bestellen, die dann noch einmal günstiger ist im Verhältnis. Dieser Matcha ist meine Preis-Leistungs-Empfehlung.

Der dritte im Bunde: Matcha Hoshino (Bio)

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Knapp 24 Euro für die 40-Gramm-Dose (ca. 60 Cent/ Gramm) sind auch bei diesem Matcha noch sehr günstig (auch eine 20-Gramm-Dose ist erhältlich, zum Testen ideal für 12 Euro). Dieser Matcha aus Hoshino (eines meiner liebsten Anbaugebiete) ist sehr aromatisch (ich assoziiere ein leichtes Honigmelonenaroma) und weich, eine Stufe besser als der Aoarashi von Koyamaen, dafür allerdings auch schon teurer. Auch bei diesem Matcha stimmt die Qualität absolut, und ich kann ihn ebenfalls als guten Alltagstee voll und ganz empfehlen. Geschmacklich ist dieser Tee von den dreien mein Favorit.

Wer höherwertigen Matcha getrunken hat, wird sicherlich auf Dauer nicht diese günstigen Sorten trinken wollen, aber die meisten haben mehrere Sorten im Kühlschrank, einen für jeden Tag, einen für besondere Anlässe, eventuell auch einen für Koicha („dicken“ Tee) oder einen nur zum Mixen o.ä. Um einen Einstieg zu finden allerdings sind diese drei Matcha recht gut geeignet. Finger weg von noch billigeren Angeboten oder „Matcha“, der nicht aus Japan kommt, meist ist das nicht der wahre Jakob. Letztendlich muss man sich aber durchprobieren, um den persönlichen Favoriten zu finden, ein jahrelanger und spannender Prozess.

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