Zhuangzi – Das Buch der Spontaneität

978-3-89385-558-2

Wer Zhuang Zi nur von Richard Wilhelms Übersetzung kennt, sollte sich dieses Buch ansehen. Wilhelms (by the way nach wie vor sehr lesenswerte Version!) stammt aus dem Jahr 1923 (davor hatte Martin Buber einige Texte direkt ins Deutsche übersetzt, ich zähle mich zu den Glücklichen, die hiervon eine Erstausgabe besitzen). Die Sprache ist doch mittlerweile recht antiquiert. Ich empfinde die Übersetzung von Victor H. Mair als sehr erfrischend. So wie auch sein Tao Te King dieses Buch näher am ursprünglichen Text, wenn auch mit etwas modernerer Übertragung als dem Text eventuell adäquat ist. Stephan Schuhmacher hat den Text hervorragend aus dem Englischen ins Deutsche übertragen. Wenn es einen Wermutstropfen geben sollte, dann eben diesen, es ist eine Übersetzung über eine Ecke mehr. Dafür liegt hier endlich der komplette Text in Deutsch vor (Wilhelm brachte nur eine Auswahl heraus). Mair hat versucht, eine Vorstellung der Urgestalt des Buches zu geben, das wie alle chinesischen Klassiker einige Bearbeitungen durch die Jahrhunderte erfahren hat (die später zugefügten Texte hat Mair nach hinten gestellt).

Natürlich ist der Untertitel „Das Buch der Spontaneität“ mal wieder ein dem Marketing geschuldeter Zusatz, das Buch heißt eigentlich nur Zhuang Zi, wie sein Autor.

Das Zhuangzi ist ein Basiswerk der chinesischen Philosophie. Es ist auch eines der ganz großen Weisheitsbücher Chinas. Und vor allem ist es eines der spielerischsten und humorvollsten Bücher der Weltliteratur.

Das schreibt der Verlag zu dieser Ausgabe. Natürlich erschließt sich dieser Humor nicht jedem. Ich kann das Buch allerdings nur wärmstens empfehlen, es steht in der Liste meiner Lieblingsbücher ganz weit oben.

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