Tee und ich

Etwa im Alter von 16 Jahren begann ich, mich mit asiatischer Philosophie zu befassen. Mich interessierte dabei zuerst der Zen-Buddhismus, der für mich durch die Bechäftigung mit John Cage noch wichtiger wurde. In diesem Zusammenhang stieß ich zunächst mehr wegen einer allgemeinen Verehrung des Exotischen auch auf den grünen Tee, den ich mehr der Form halber auch trinken zu müssen meinte. Damals schmeckte mir übrigens nur der chinesische Grüntee.

Zwar habe ich immer wieder mal grünen Tee getrunken, war aber doch eher ein Kaffeetrinker. Bis zu dem Tag, an dem ich den Matcha für mich entdeckte. Ich trinke mittlerweile jeden Morgen meine Schale Matcha, später dann einen guten Sencha und abends Bancha. Dabei lasse ich mir den Tee teilweise direkt aus Japan kommen, bestelle aber auch bei verschiedenen Teehändlern in Deutschland, wenn mir die Lieferung aus Japan zu lange dauert.
Mein Kaffeekonsum (der mir oft genug auch Sodbrennen beschert hat) ist mittlerweile auf ein Minimum gesunken. Leute, die sich mit Tee nicht gut auskennen, finden es oft seltsam, dass ich viel Geld für meinen Tee ausgebe. Ich antworte ihnen immer, dass Weinliebhaber noch viel mehr Geld in ihre edlen Tropfen investieren. Und ganz ohne Genuss lohnt sich das Leben nicht.

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