Neulich bei Rewe: Matcha von Stick & Lembke!?

Da bei uns um die Ecke Rewe die beste Einkaufsmöglichkeit bietet, gehe ich dort regelmäßig hin. Am Freitag war ich mit der Familie dort, um fürs Wochenende einzukaufen. Da fiel mein Blick auf ein Aktionsregal mit lauter japanischen Dingen: Sushi-Reis, Algenblätter, Sojasauce, Wasabi-Nüsse etc. etc. Und dann erspähte ich doch tatsächlich Matcha!

Dieser Matcha ist von Stick & Lembke, einem Hamburger Unternehmen, geführt von Thorsten Stick und Kai Lembke. Eine Besonderheit ihrer Tees: sie sind bewusst frei von Zusatzstoffen wie Aromen o.ä. und in Bio-Qualität. Ich habe schon sehr gute Früchte- und Kräutertees von dieser Firma probiert, auch gefällt mir im Allgemeinen die unprätentiöse Aufmachung.

Der Matcha ist unglaublich billig: für 30 Gramm musste ich gerade mal 6,99 EUR bezahlen, das ist ein Grammpreis von gerade mal 23 Cent! Für einen Bio-Matcha! Natürlich war ich extremst misstrauisch, denn (ich habe es auch schon oft geschrieben), unter 50 Cent pro Gramm ist eigentlich gar nichts zu wollen, auch nicht für einen Einsteiger-Matcha. Aber hey, für den Preis konnte ich es mir nicht nehmen lassen, das Pulver zu testen. Ein Bild davon gibt es hier im Prospekt von Rewe: http://www.kaufda.de/Prospekt/Berlin/REWE/502441987#page=26

Der Matcha stammt aus Shizuoka, also keinem Top-Anbaugebiet für Matcha, der aus der Kyoto-Region ist in aller Regel deutlich besser. Muss aber nicht viel heißen. Meine Recherche hat ergeben, dass der Matcha von der Maruyama Tea Products Corporation kommt. Interessant: Auf deren Webseite kostet der günstigste Matcha ohne Steuern 2000 Yen, knapp unter 15 Euro. Es gibt aber auch noch ein „Green Tea Powder“, das zum halben Preis zu haben ist. [edit: offenbar kommt der Tee doch aus Uji nahe Kyoto und wird nur in Shizuoka weiterverarbeitet, wie Herr Lembke im Kommentar (s.u.) erwähnt. D.h. die Herkunftsangabe ist lobenswert korrekt und nicht etwa wie beim Schwarzwälder Schinken irreführend. So etwas hat heutzutage Seltenheitswert. Allerdings ist es imo die Regel, den Tee nach dem Anbaugebiet zu deklarieren, s. dazu auch den Kommentar unten. ]

Die Packungsrückseite belehrt uns, – ganz richtig – dass durch die Beschattung viel Chlorophyll produziert wird und der Tee dadurch

„einen zarten, süßlichen Geschmack“

erhält.

Die klassische Zubereitung wird in den wesentlichen Grundzügen richtig angegeben, wenngleich die Menge mit „eine Teelöffelspitze“ doch arg wenig wäre, zumal hier mit 80ml Wasser gerechnet wird. Ein feiner Schaum soll sich nach wenigen Sekunden des Aufschlagens mit dem Chasen bilden. Fein!

[Im Folgenden gebe ich meine persönliche Meinung wieder. Es ist mir weder daran gelegen, das Unternehmen Stick & Lembke zu diskreditieren, noch die Plantagenbetreiber. Es ist aber hierzulande gestattet, seine Meinung zu einem Produkt zu äußern, auch, wenn sie negativ ausfällt. Da ich offenbar aber sehr verärgert habe, möchte ich ausdrücklich betonen, dass ich dem Unternehmen ansonsten ausgesprochen zugetan bin! ]

Zeit, den Tatsachen ins Gesicht zu sehen. Die Beschreibung passt auf dieses Pulver etwa so, als ob man auf ein Knäckebrot schreiben würde, es schmecke wie ein ofenfrisches Natursauerteigbrot oder auf Cornflakes, sie schmeckten wie ein frisch gegrillter Maiskolben mit Kräuterbutter! Ich habe die Tüte geöffnet und eine blass-olivgrüne, klumpige Substanz gesehen, die allen Ernstes noch bis Ende 2018 haltbar sein soll, wo dieses Pulver doch offensichtlich seinen Zenit, falls es jemals einen solchen gegeben haben sollte, schon weit überschritten hat. Wir repetieren: frischer Matcha ist tiefgrün, duftet aromatisch und man sieht einen feinen Nebel aufsteigen, wenn man eine frisch Packung zum ersten Mal öffnet. Nicht aber hier! Hier sieht man traurige, nach Heu riechende Klumpen auf ihre Erlösung durch die Müllabfuhr hoffen. Ich habe ihn trotzdem versucht, zuzubereiten. Ich hatte mir eingebildet, dass mit meinen Chasen mit 100 pondate (Rippen) zumindest ein halbwegs brauchbarer Schaum entsteht, aber denkste wohl, hier erhält man etwa so viel Schaum als hätte man blankes Wasser geschlagen. Der Geschmack ergänzte die Optik perfekt: einerseits fade, gleichzeitig staubig, muffig, manche Medikamente schmecken noch besser als dieses traurige Gebräu. Es gehört einiges dazu, bis ich sage: das würde ich nicht einmal für Shakes oder Müsli nehmen wollen. Vielleicht eignet es sich als Gesichtsmaske, ich übernehme aber keine Verantwortung, falls die Anwendung kontraproduktiv sein sollte.

Fazit: Finger weg! Die Faustregel ist: ein Einsteigermatcha unter 50 Cent pro Gramm ist nicht zu bekommen, es sei denn, man kauft direkt in Japan… Hier wird das Gefühl gegeben, man kaufe einen Matcha mit den auf der Packung beschriebenen geschmacklichen Eigenschaften. Die sollte er haben, aber leider hat er sie nicht.

Stick & Lembke hat mir bislang keine klare Rückmeldung gegeben, ob es sich hier eventuell um ein Grünteepulver handelt, das aus einer anderen Sorte als Tencha hergestellt wurde. Das wäre keine Seltenheit, auch bin ich nicht sicher, ob die Bezeichnung Matcha überhaupt irgend einen Schutz genießt. [edit: mittlerweile schon, s. Kommentar unten.]

Ich möchte zum Verständnis noch einmal einen Vergleich bemühen: wer kennt nicht die berühmten Miracoli-Spaghetti! Nun stellen Sie sich einmal vor, man würde auf die Rückseite folgenden Text schreiben: Italienische Nudeln werden seit jeher von Hand gemacht, jede Nonna gibt ihrer Tochter das eigene Rezept für die hausgemachten Eiernudeln weiter, ein wohlgehütetes Familiengeheimnis. Perfekt al dente gekocht sind sie ein Hochgenuss. Dazu eine fruchtige Sauce aus sonnengereiften, frischen San Marzano-Tomaten, mit einem Hauch Knoblauch, frischem Basilikum und frisch geriebenem, lange gereiftem Parmigiano Reggiano – ein kulinarischer Traum!

Und dann essen Sie mal die von Miracoli. Hm…

[edit: ich habe eine zweite Packung gekauft und etwas Interessantes festgestellt. Dazu bald mehr in Teil 2…]

14 Kommentare zu “Neulich bei Rewe: Matcha von Stick & Lembke!?

  1. Hallo Herr Günther,

    wir freuen uns auf Ihren Anruf. Ab Dienstag, den 13.10.2015 bin ich wieder im Büro und telefonisch gut zu erreichen.

    Herzliche Grüße aus dem Hamburger Hafen,

    Kai Lembke
    seit 25 Jahren ausgebildeter Teataster in der Hamburger Speicherstadt
    stick & lembke GmbH

  2. Hallo Herr Günther,

    ich antworte Ihnen jetzt doch schriftlich, wie Sie es von mir erbeten haben, obwohl ich gern auch mit Ihnen telefoniert hätte. Im direkten Gespräch merkt man in der Regel sehr schnell, wie gut es um die tatsächliche Kompetenz eines Gesprächspartners bestellt ist und ob diese über das Zusammensuchen von vermeintlichen Fakten im Internet hinausgeht. Kurz: Schreibt hier jemand über ein Produkt, dessen Ernte und Verarbeitung er tatsächlich mal gesehen hat oder bezieht er sein Wissen aus dem Internet oder einem Japan Trend Shop? Bei meiner schriftlichen Antwort versuche ich jetzt, sachlich zu bleiben, und Ihre im Blogeintrag gemachten Belehrungen zu übersehen. Wenn mir das mal nicht gelingt, merken Sie es sicher und können es meiner Leidenschaft für guten (Bio-)Tee zuordnen:

    Herkunft: Die Teebüsche für unseren Bio-Japan-Matcha Tee stammen aus der Region Uji und werden bei Maruyma Tea Products in der Präfektur Shizuoka in Steinmühlen zu Matcha weiterverarbeitet.

    Matcha: Matcha ist per Gebrauchsdefinition übrigens tatsächlich ein „green tea powder“. Nicht mehr und nicht weniger. Und so gibt es leider auch chinesische Matchas im deutschen Teemarkt, die man nicht mögen muss, die aber immer noch (leider) als Matchas bezeichnet werden müssen. Mir gruselt es davor, aber so ist es nun mal. Für uns jedoch gibt es zwei zulässige Unterscheidungskrtierien, nach denen wir arbeiten. Das erste beinhaltet das Aufwachsen des Teeblattes in den letzten 2-4 Wochen vor der Ernte im Mai in mehrschichtiger Beschattung, die ca. 90% des Sonnenlichtes filtert und das u.a. zu dem außergewöhnlich hohen Chlororophyll-Gehalt von Matcha führt (Matcha enthält außerdem noch sehr viel Koffeein, L-Theanin und wichtige Catechine, wie z.B. das sogenannte Epigallocatechin-3-Gallat, kurz EPCG, das als freier Radikalfänger gilt und somit für den außergewöhnlich hohen ORAC-Wert aller Matcha Tees verantwortlich ist). Das, was Sie als „traurige, nach Heu riechende Klumpen, die auf ihre Erlösung durch die Müllabfuhr hoffen“, bezeichnen, ist das sensorische Erleben von Chlorophyll und der Tatsache geschuldet, dass Matcha-Pulver eben hygroskopisch ist. Und ich sage Ihnen dazu: je mehr Chlorophyll, desto besser.

    Auch die Klumpen sind nicht ungewöhnlich, eben weil ein naturbelassener Bio-Matcha hygroskopisch (wasseranziehend) ist. Deswegen hat ein jeder Matcha-Kenner immer auch ein Teesieb, durch das er seinen Matcha vor dem Genuss drückt. In asiatischen Gegenden mit hoher Luftfeuchtigkeit hingegen habe ich schon sehr teure Matchas verkostet, die trotz hoher Luftfeuchtigkeit (in Indien bis zu 90%) sehr schön aus der Aludose rieseln. Auf Nachfrage, wie so etwas möglich sei, hat man mir bestätigt, dass diesen Tees ein sogenannter „anti-caking-agent“, also eine Art – nirgendwo deklarierter – „Rieselhilfe“, beigemischt wird. ich hoffe sehr, dass Sie bislang nicht auf eine solches Produkt hereingefallen sind.

    Der feine Staub, von dem Sie schreiben, dass dieser nur bei „echten Matchas“ beim Öffnen aufgewirbelt wird, ist dem Umstand geschuldet, dass diese fürchterlichen Aludosen (Achtung, hier werde ich jetzt unsachlich) sich beim Öffnen, wie eine Thunfischdose gebärden. Da ist beim Öffnen Schwung hinter. Und dieser Schwung, wirbelt Staub auf. Wir jedoch versuchen den Einsatz von Aluminium bei all unseren Produkten auf ein absolut notwendiges Minimum zu beschränken. Deswegen arbeiten wir mit wiederverschließbaren Tüten, statt mit Alu-Dosen.

    Das zweite für uns zulässige Unterscheidungskriterium betrifft die Herstellung aus sogenanntem Tencha. Unser Bio-Japan-Matcha wird aus Tencha hergstellt. Muss er auch, damit wir ihn Matcha nennen. Was Sie in Ihrem Blogeintrag jedoch als eine Art besondere Teepflanze beschreiben (Tencha), ist nichts weiter als ein besonderes Herstellungsverfahren von Grüntee, bei dem so viele Stängel und Blattäderchen wie möglich entfernt werden. Am Ende soll nur noch das „Blattfleisch“ (Tencha) übrigbleiben und nachdem, wie sorgfältig diese Arbeiten erledigt werden, richtet sich der Preis von Matcha. Dieser ist als Tencha in Deutschland (leider) nicht oder kaum erhältlich. Das heißt jedoch nicht, dass teurer Matcha jedem besser schmeckt, wie Sie schreiben. Da könnten Sie auch behaupten, nur teurer Rotwein schmecke gut. Ganz im Gegenteil: Viele Teetrinker, die wir befragt haben, mögen den leicht algigen, fischigen Geschmack eines wirklich teuren, übrigens meist konventionellen Matchas (Japaner mögen kein Unkraut in Ihren Teegärten, außer wenn Sie Biotee machen), wie er für die japanische Teezermonie verwendet wird, nicht. Unseren Bio-Japan-Matcha haben wir vor dem Einkauf in mehreren Verkostungspanels gegen andere, in Deutschland vermarktete Matchas getestet, und dabei schnitten wir mit dieser Qualität am besten ab. Wir hatten mehrere zur Auswahl. Vielleich fällt es Ihnen schwer, dies zu akzeptieren, aber ich denke, Sie tun sich keinen Gefallen, wenn Sie den Genuss von Matcha Tee in Deutschland einer kleinen Elite von gutbetuchten, japanophilen Bildunsgbürgern vorbehalten wollen, für die teuer = gut gilt. Wir hingegen machen Bio-Japan-Matcha für alle und ich bin davon überzeugt, dass Sie nirgendwo ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als bei stick lembke bekommen.

    Auch Ihr Preisvergleich hinkt nicht nur ein wenig: Natürlich ist abgepackter Matcha-Tee in einem japanischen Online-Shop für den Endverbraucher deutlich teurer als wenn wir diesen in größeren Mengen in luftdicht verpackten Kartons mit 20 kg Nettoinhalt direkt importieren. Mehr muss dazu jetzt nicht sagen, obwohl es mich wirklich juckt. Doch ich habe mich für weitestgehende Sachlichkeit entschieden.

    Einen letzten Punkt habe ich noch für Sie: das Aufschäumen, von dem Sie schreiben, dass nur echter Matcha beim Schlagen mit dem Bambusbesen richtig aufschäumt. Muss ich mir das vorstellen, wie Matcha Latte bei Starbucks? Jetzt mal ganz banal: Matcha ist aus der Teepflanze Camellia Sinensis oder manchmal Camellia Assamica und mir ist nicht bekannt, dass diese eine bestimmte Art „Aufschäum-Gen“ enthält, dass nur Ihren teuren Matcha beim Schlagen so schön aufschäumen lässt. Da gibt es nur eine Regel: Entweder Sie schlagen in der richtigen Dosierung mit korrekt temperiertem Wasser richtig auf oder eben nicht. Matcha stammt aus einer Teepflanze, der das „Aufschäumen“ beim Schlagen mit dem Bambusbesen nicht eingebaut werden kann. Das fehlte gerade noch.

    Lieber Herr Günther, ich hatte es an andere Stelle schon gesagt: Ich schätze Sie als Matcha-Kenner und-Liebhaber, aber Ihre Kritik, die ich in Teilen gern annehme, sollte sachlich fundiert sein. Vor allem dann, wenn Sie sich in einem Blog öffentlich äußern. Mit den, was Sie oben schreiben, haben Sie sich aus meiner Sicht nicht mit Ruhm bekleckert. Ich denke, das darf ich schreiben. Sie fassen uns ja auch nicht gerade sanft an.

    Viele Grüße,
    Ihr
    Kai Lembke
    Partner bei stick & lembke GmbH

    1. Sie sind mir ja ein schöner Experte. Ich zitiere mal:
      >Einen letzten Punkt habe ich noch für Sie: das Aufschäumen, von dem Sie schreiben, dass nur echter Matcha >beim Schlagen mit dem Bambusbesen richtig aufschäumt. Muss ich mir das vorstellen, wie Matcha Latte bei >Starbucks? Jetzt mal ganz banal: Matcha ist aus der Teepflanze Camellia Sinensis oder manchmal Camellia >Assamica und mir ist nicht bekannt, dass diese eine bestimmte Art „Aufschäum-Gen“ enthält, dass nur Ihren >teuren Matcha beim Schlagen so schön aufschäumen lässt. Da gibt es nur eine Regel: Entweder Sie schlagen >in der richtigen Dosierung mit korrekt temperiertem Wasser richtig auf oder eben nicht. Matcha stammt aus >einer Teepflanze, der das „Aufschäumen“ beim Schlagen mit dem Bambusbesen nicht eingebaut werden >kann. Das fehlte gerade noch.

      Lesen Sie sich mal folgenden Artikel durch, da können Sie vielleicht noch was lernen.
      http://www.myjapanesegreentea.com/saponin

      Im Übrigen finde ich es ziemlich krass einen privaten blogger so anzugehen nur weil er Ihr Produkt nicht mag.
      Ich habe es selber nicht probiert und kann dazu nichts sagen.
      Dafür aber kürzlich billigen Matcha von dm probiert und kann bestätigen was der Herr hier sagt. Matcha unter 50cent das Gramm = Müll !! Total bitter. Warscheinlich ganz normaler Grüntee mit allem Gestrünks zermalhlen. Wie soll auch sonst so ein Pries zustande kommen. Bei gutem Matcha dauert die Herstellung bei Steinmühle ca eine Stunde für 30 gramm. Dazu kommt das Japan kein Entwicklungsland ist und die Personalkosten entsprechend hoch sind. Kann mir keiner erzählen dass er gute Ware zu dem Preis verkaufen kann. Kann man höchstens für Smoothies benutzen.

      Fazit: Nicht vorhanden Sachverstand + schreckliche Attitüde = Ein Laden wo ich niemals einkaufen werde. Schön dass dies jetzt für alle Welt hier festgehalten ist.
      Negativ Werbung vom feinsten..

      PS²: Schon mal was von freier Meinungsäußerung gehört.

  3. Lieber Herr Lembke,
    ich danke Ihnen sehr für Ihre sehr ausführliche Reaktion. Gerne können Sie mir mangelnde Kompetenz vorwerfen. Es ist durchaus richtig, dass ich bislang noch nicht das Vergnügen hatte, eine Teeplantage in Japan zu besuchen. Wenn ich mir erlaube, einen Tee vorzustellen und zu bewerten, dann dienen mir hierzu in erster Linie meine Geschmacksnerven, der Rest ist Nebensache.

    Ich staune ein wenig, dass Sie doch ein paar Sachen nicht so gelesen haben, wie ich sie geschrieben habe. Ich habe nie teuer = gut geschrieben, sondern dass meine Erfahrung zeigt, dass ein Matcha, den ich mit Genuss trinken kann, eine gewisse preisliche Untergrenze hat. Matcha für 50 Cent pro Gramm ist billig und eben nicht teuer! Dass anderen Leuten auch (noch) billigeres schmeckt, mag durchaus sein. Dasselbe gilt für Ihren Rotweinvergleich. Dass Sie den Tee billiger bekommen als der Endkunde ist hoffentlich selbstverständlich.

    Zum Schaum: wenn Sie mich tatsächlich als Matcha-Kenner bezeichnen, dann ist Ihnen sicher bewusst, dass ich schon weiß, wie ein Schaum beim Matcha aussehen sollte und mir auch die korrekte Zubereitung bekannt ist. Dazu werde ich mich noch äußern: Ich werde in Kürze einen zweiten Teil zu dieser Besprechung posten, denn ich habe es mir nicht nehmen lassen, noch eine zweite Packung zu kaufen und mein erstes Urteil zu überprüfen. So fair bin ich dann doch. Außerdem ist der Raum hier im Kommentar zu klein, um auf alles einzugehen, was Sie geschrieben haben.

    1. Oh nein, bitte nicht. Dann muss ich ja wieder darauf antworten. Was habe ich mir da bloß eingebrockt…:-) ? Am Besten ich schaue in Ihrem Blog nicht mehr vorbei, damit ich mich nicht zu weiteren Antworten genötigt sehe. Doch Sie können mich gern jederzeit anrufen, wenn ich im Haus bin. Meine Telefonnummer haben Sie ja. P.S. Die zweite Packung wird nicht anders als die Erste sein. P.P.S. Ich werfe Ihnen keine mangelnde Kompetenz vor. Oder vielleicht nur ein bisschen, wenn Sie von „Kugeln“ schreiben (s.o.)…Ich begrüße und schätze Ihre umfangreichen Matcha-Kenntnisse, denke jedoch, Sie sollten Ihr sensorisches Erleben nicht für allgemeingültig erklären. Mache ich ja auch nicht.

  4. Ich kann es mir nicht nehmen lassen, hier noch einmal nachzulegen: Sie schreiben, ich hätte Tencha als eine Besondere Art von Teepflanze beschrieben. Das habe ich nicht (ansonsten zeigen Sie mir mal bitte die Stelle!). Es ist aber eine Teesorte, so wie z.B. Sencha und Gyokuro Teesorten sind, auch wenn sie von derselben Pflanze stammen. Oder wie nennen Sie das?

    Mittlerweile liegt mir von einem der renommiertesten Händler für grünen Tee eine Mail vor, die ausdrücklich besagt: Teedosen für Matcha sind immer aus Weißblech gefertigt und niemals aus Aluminium, zumindest gilt das für echten japanischen Matcha. Hier stehen sich also offenbar widersprüchliche Aussagen gegenüber. Mich würde überdies interessieren, was für einen teuren Matcha Sie denn ausgerechnet in Indien konsumiert haben. Mich interessiert hier eigentlich nur der japanische.
    Eine ziemlich große Unstimmigkeit ist für mich die Angabe der Herkunft: gemäß meiner Informationen gibt man beim Tee das Anbaugebiet als Ursprungsort an und nicht den Ort der Endverarbeitung. Wenn der Tee also in Uji geerntet wurde, wäre das seine Herkunft, und nicht Shizuoka, wie es auf der Packung steht. Oder ist es vielleicht umgekehrt? Tee aus Shizuoka, der in Uji gemahlen wurde?

  5. Ich hatte auch sehr überrascht diesen tee gesehen und mitgenommen.
    Da ich erst letzte woche einen premium matcha aus fukuoka bestellt, wollte ich wissen, ob der ‚billigheimer‘ vielleicht auch taugt.
    Ich bin nicht voreingenommen, noch dazu kein matcha spezialist.
    Ich dachte, wenn er nicht ganz soooo ist, nehme ich ihn für meinen mandelmilch-matcha. Jaa, ich stehe dazu, das schmeckt mir sehr, noch dazu, weil ich meine mandelmilch selbst mache.
    Also die denke lief so.. der billige für den latte und zum kochen, backen etc., den teuren pur ?
    Mein beutel beinhaltete einen doch sehr schön leuchtenden grünen matcha, ohne klumpen mit recht angenehmem duft. Nach der zubereitung war ich angenehm überrascht, er schmeckte gut. Punkt.
    ich hoffe, ich bekomme ihn weiterhin bei rewe in münchen.

    1. Hallo Frau Braun-Sheldon,
      danke für Ihren Bericht! Würden Sie denn sagen, dass man den Matcha auch als puren Tee genießen kann und er als solcher einen milden, süßlichen Geschmack hat, wie auf der Packung angegeben? Hat er nach ein paar Sekunden einen schönen, feinen Schaum?
      Das ist es, was mich am meisten stört: dass der Packungstext nicht zum Produkt passt. Was denken Sie?

  6. Hallo Nilsguenther,
    pur war er wirklich trinkbar, ich bin jetzt wirklich nicht so ein fachmann wie sie. Ich stehe noch ganz am anfang meiner matcha ‚karriere‘ ☺ und kann dementsprechend keine vergleiche anstellen.
    Ich habe mich sehr intensiv mit dem thema befasst und sauge alle Informationen auf um mich nicht mit minderwertigem aufzuhalten.
    ich möchte auch ihren bericht nicht in frage stellen. Nur meine erfahrung teilen.
    Dass der matcha eben graubraun und klumpig war, war blöd, aber bei mir nicht so.
    Auch finde ich an der wiederverschließbaren tüte nichts schlechtes, ich finde es eher besser als die dosen. Mein fukuoka kam im döschen, darin das tütchen, nicht verschließbar. Als frau sollte mir ein hübsches döschen gefallen, tut es. Aber es ist nicht dicht, lässt feuchtigkeit eindringen. Das ist aber rein optisch/praktisch.

  7. Ich möchte auch mal etwas zu dieser Diskussionsrunde beitragen. Nachdem ich Jahrelang Grünen Tee getrunken habe, habe ich mir vor einigen Jahren das erste Mal einen hochwertigeren Matcha gekauft, um zu sehen ob das was für mich ist ohne, dass der Geschmack durch die günstige Qualität beeinflusst wird (ich glaube das waren damals 30 Gramm für ca. 50 Euro). Ich habe ihn daraufhin klassisch aufgeschlagen mit Bambus-Besen und allem was dazugehört. Letztendlich habe ich die Hälfte weggeschmissen, weil er mich nicht überzeugt hat. Ich habe einfach gedacht Matcha ist nichts für mich und habe das Thema abgeharkt. Vor zwei Wochen habe ich dann diesen Matcha beim REWE entdeckt und stand 5 Minuten vor dem Regal. Egal, habe ich mir gesagt, den nimmste jetzt nochmal mit, der ist ja jetzt auch nicht sooo teuer. Mitgenommen, Tasse voll Wasser gefüllt, auf 60 Grad abkühlen lassen, einen halben gehäuften Löffel Matcha rein, mit nem normalen Löffel umgerührt, getrunken. WOW. Geschmacklich wirklich sehr angenehm. Viel Süßer und Milder als das Produkt vor einigen Jahren. Was soll ich sagen, die Packung ist alle und ich hol mir eine neue. Absolut gutes Preis/Leistungsverhältnis. Die Konsistenz kann ich nicht gut beurteilen. Ich rühr den einfach kurz bevor ich nen Schluck nehme um (den Bambusbesen zu Pflegen ist mir zu Aufwendig, mein letzter war nicht ganz trocken als ich ihn verpackt habe und er hat angefangen zu Schimmeln).
    Einen Kritikpunkt habe ich allerdings und das ist die Verpackung. Dort ist ein Zip-Verschluss, der mir beim Aufmachen zum großen Teil abgerissen ist. Dadurch war die Packung permanent offen. Schade. Ansonsten für den täglichen Konsum meiner Meinung nach absolut geeignet.

  8. Guten Tag!
    An dieser Stelle möchte auch ich meine Erfahrungen schildern, falls noch jemand auf die Idee kommt, Meinungen zu dem o. g. Produkt zu suchen :-)
    Neulich stand ich auch im Rewe und habe den o. g. Matcha-Tee entdeckt. Auch ich habe 5 Minuten davorgestanden und überlegt, ob ich ihn mal probieren sollte. Bei uns kostet das Tütchen 7,99 Euro. Habe dann diesen Blog hier gefunden – sehr interessant!
    Ich bin auch Matcha-Neuling und trinke eine „billig-Variante“ von einem bekannten Veganer für 16 Euro/30 g und das auch nicht pur sondern in Form von Matcha Latte (mit Sojadrink). Von daher kann ich gar kein Qualitätsurteil abgeben, sondern nur beschreiben, welche Unterschiede mir aufgefallen sind (man vergebe mir meine laienhafte Ausdrucksweise):
    Die Farbe ist eher grau-grün, nicht so schön „frisch-grün“.
    Der Geruch ist auch nicht so aromatisch.
    Der Geschmack ist eher fade.
    Klümpchen hatte ich keine und der Tütenverschluss ist bei mir noch intakt (habe eine Schere zum Öffnen benutzt).
    Fazit: Für halb soviel Geld habe ich halb so ansprechenden Matcha erworben. Einen Versuch war es wert. Kaufen werde ich ihn wohl nicht noch einmal.

  9. Ich bin bei solchen Sticks immer misstrauisch.
    Habe hier bei uns (Hamburg) sowohl im Edeka, Rewe als auch in anderen Läden schon das ein oder andere Produkt gesehen und getestet. Aufgefallen ist mir, dass es sich meist um eine mindere Qualität handelt. Auch Bei DM Emcur. Für Matchalatte sicherlich ok, aber zum reinen genießen…. ich weiss nicht.
    Ich bevorzuge da lieber das Matcha von Aiya, KISSA, 1st Matcha, etc. Eben Matcha mit einer besseren Qualität und besserer Erfahrung.
    Vielleicht nicht immer ganz günstig, aber dafür weiß ich was ich bekomme.

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