Matcha von Stick & Lembke 2.0 – Was seither geschah

Ich muss sagen, ich hätte niemals gedacht, dass ein einfacher Blogbeitrag derart viel Echo erzeugen könnte, zumal ich bislang davon ausgegangen war, dass dieser Blog nicht viel mehr als mein Privatvergnügen ist… Umso schöner finde ich es, dass offenbar doch viele Grünteeliebhaber auch hier ab und zu vorbeischauen.

Seit ich meine – durchweg negative – Meinung zum Matcha von Stick & Lembke zum Besten gegeben habe, sind die Supermarktmatchas wie die Pilze aus dem Boden geschossen. In jeder Teeabteilung findet sich mittlerweile irgendein Matcha im Sortiment, besonders häufig als Matcha Latte zum einfachen Einrühren in Milch oder Sojamilch. Die Preise sind dabei durchaus recht gemischt, manche sind sehr günstig, andere recht teuer, dafür, dass sie einfach ungekühlt im Regal stehen. Der Trend gibt Stick & Lembke durchaus Recht. Offenbar gibt es eine Menge Leute, die solches Pulver kaufen und konsumieren. Bei Rewe ist der Matcha von Stick & Lembke offenbar jetzt auch fest ins Programm aufgenommen worden.

Ich habe eine zweite Packung gekauft und verkostet. (mehr …)

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Eingekauft: Drei günstige Matcha – Ein Vergleich

Einsteiger in die Welt des Matcha haben es schwer, die richtige Sorte zu finden. Es gibt unglaublich viele Anbieter, seit Matcha zum Kultgetränk der Stars geworden ist.
Zunächst gilt wie eigentlich bei allen Dingen, die man sich anschaffen will: vergleiche die Angebote und lies die Bewertungen! Letztendlich aber muss man sich entscheiden und ins kalte Wasser springen, Verköstigungen gibt es selten, manche Teehändler bieten Probepäckchen an.
Ich will meinen Teil (hoffentlich nicht nur zur Verwirrung) beitragen und hier drei Sorten zeigen, die ich jüngst bestellt und probiert habe. Ich werde auch nochmals auf ein paar Grundkriterien eingehen, die bei der Beurteilung helfen können. Dass die nötige Grundausstattung vorhanden ist, setze ich voraus (Chawan, Chasen, Chashaku).
Eine Grundregel bei günstigem Matcha: hier wird es sich niemals um Spitzentees handeln, sondern immer um solide Alltagstees. Diese kosten zwischen 50 Cent und 1 Euro pro Gramm. Soviel kostet es auf jeden Fall (es sei denn, man kauft direkt in Japan ein…). Wer das nicht ausgeben will, sollte die Finger gleich vom Matcha lassen! (mehr …)

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Matcha – richtige Zubereitung

Man findet sehr viele richtige Informationen zu Matcha im Internet, leider aber auch sehr viele falsche, gerade auf Youtube habe ich schon diverse Filmchen gesehen, bei denen sich mir die Fußnägel gekräuselt haben, und diese Filme stammten durchaus auch von renommierten Teehändlern. Höchste Zeit also, dass ich jetzt meinen Senf ebenfalls dazu gebe, hehe. Die folgende Zubereitung gilt für einen regulären Usucha, also dünnen Tee. Für Koicha würde ich mir nicht anmaßen wollen, eine Anleitung geben zu können… (mehr …)

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Mizudashi Cha – Kaltwassertee: ein Hochgenuss!

Natürlich schätze ich meinen grünen Tee gewöhnlich in heißer/ warmer Form als kräftigen Sencha oder hocharomatischen Matcha. An heißen Sommertagen jedoch wünsche ich mir manchmal trotzdem ein kühles Getränk.

Für Teeliebhaber gibt es sogenannten Mizudashi Cha (Mizu = Wasser, Dashi =eigtl. „Brühe“, sinngemäß „im kalten Wasser brühen“; Experten mögen mich bitte bitte berichtigen!). (mehr …)

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Maiko Tea Japan

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Eine weitere Stamm-Adresse für meine Teebestellungen ist Maiko in Japan (Kyotonabe/ Kyoto). Dieser Shop ist für deutsche Teetrinker insbesondere deshalb interessant, weil Dr. Ralph Faerber sich die Mühe gemacht hat, einen deutschsprachigen Shop einzurichten. Wer günstig guten Tee einkaufen will und kein Problem damit hat, zwei bis drei Wochen auf die Lieferung zu warten, ist hier genau richtig. Ich habe bislang sehr gute Erfahrungen gemacht.

Der Tee von Maiko hat mir im großen und ganzen sehr gut gefallen, ich bestelle mittlerweile vor allem Karigane, zumal die anderen Lieferanten diesen hochwertigen, günstigen Tee nicht anbieten. Karigane ist in der billigeren Version als Kukicha bekannt, hat aber mit dem bei uns in Bioläden und Teeläden gehandelten Kukicha wenig gemein. Karigane besteht aus Blattteilen und Stengeln, die aber genau so frisch und schonend verarbeitet werden wie bei gutem Sencha. Karigane ist günstig und sehr aromatisch.

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Den hier abgebildeten Karigane Matsu („Kiefer“) trinke ich besonders gerne. Er enthält Blätter und Stengel von Sencha und Gyokuro und ist hocharomatisch. Der günstigste Karigane (Take, „Bambus“) ist auch schon nicht schlecht, enthält aber keinen Gyokuro und konnte mich vom Aroma her nicht so sehr überzeugen.
In Sachen Matcha kann ich Maiko ebenfalls empfehlen, persönlich bin ich da aber den Produkten von Koyamaen verfallen, die meiner Ansicht nach den nobleren Geschmack haben. Günstiger als hier bekommt man jedenfalls einen trinkbaren Matcha überhaupt nicht.
Eine Entdeckung war für mich auch der Kyobancha:

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Dieser Tee ist ganz anders als jeder Bancha, den ich sonst getrunken habe: sehr große Blätter, dunkel geröstet und unglaublich stark duftend, entfaltet er sich wunderbar in der Tasse. Für jeden Tag ist er mir schon fast zu sehr geröstet…

Wenn es mal ganz schnell gehen soll, ist der ausgesprochen günstige Konacha eine gute Sache. Konacha ist der Dust/ Fanning von (in diesem Fall) Gyokuro, also im Grunde der ausgesiebte Staub von einem erstklassigen Tee. Konacha bereite ich so zu, dass ich einen guten Teelöffel in ein (sehr feines!) Sieb gebe und direkt heißes Wasser durch das Sieb in eine 300ml-Schale gieße. Der Tee ist so fein pulverig, dass er im Grunde gar nicht ziehen muss, deshalb ist das etwas ganz wunderbares für eine schnelle Tasse.

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Maiko Tea bietet eine große Vielfalt an Tees, bei denen es sich lohnt, einfach mal einige zu probieren.

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Koyamaen

Koyamaen

Marukyu Koyamaen in Uji (Kyoto) ist eine bekannte Plantage, die ich über meine ersten Recherchen zu Matcha recht bald entdeckte. Es gibt einen direkten Vertrieb der Produkte von Koyamaen in Deutschland: http://www.gruener-tee-koyamaen.de/. Ich bestelle dort regelmäßig in erster Linie Matcha. Bereits der sehr günstige Matcha Aoarashi ist um ein Vielfaches besser als mancher genau so teure No-Name-Matcha, Produkte, die Einsteiger leider oft nur wegen des Preises bestellen, um dann maßlos enttäuscht zu sein.

Koyamaen bietet keinen schlechten Matcha, und wer sich einmal durchprobiert durch die verschiedenen Qualitätstufen, der wird hier eigentlich immer nur sagen können: preiswert!
Hierzu sei angemerkt: für gewöhnlich ist ein guter Matcha zu einem Preis von unter 20 Euro/40g nicht leicht zu finden. Die Matcha-Sorten der Qualitätsstufen 1-4 von Koyamaen sind allesamt noch unter 30 Euro zu haben (teilweise auch in kleineren Dosen a 20g entsprechend günstiger). Es lohnt sich, gerade diese Sorten einmal zu testen. Für den morgendlichen Matchatrinker genügen 40g für einen Monat, bei den günstigsten Sorten bietet Koyamaen auch große Dosen (100g/ 200g) mit einer gewissen Ersparnis an, ideal für Leute, die gerne ihre drei oder mehr Schalen täglich trinken.
Ab der Stufe 6 kann man mit dem Matcha auch einen Koicha, den dicken Tee, machen. Da man hierfür die doppelte Menge Matcha pro Schale benötigt, ist das ein vom Preis her deutlich gehobenes Vergnügen, das man sich aber wenigstens einmal gönnen sollte. Koicha ist ein Erlebnis.
Die teuerste Sorte, Matcha Tenju, mit der Qualitätsstufe 10 ist dann auch zehnmal so teuer wie der Matcha Aoarashi mit Qualitätsstufe 1…

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Nicht zu vergessen ist natürlich, dass Koyamaen auch wunderbaren Sencha und edlen Gyokuro anbietet. Da ich kein Gyokuro-Trinker bin (ich schätze den kräftigeren Geschmack eines guten Sencha mehr), kann ich zu diesem nicht viel sagen. Der Sencha aber ist ebenfalls von einer großartigen Qualität und preislich durchaus noch im unteren Bereich angesiedelt.
Wer dort bestellt, wird schnell bemerken, dass der Kundenservice extrem freundlich und kompetent ist. Als der ursprüngliche Inhaber Oliver Weidkuhn vor kurzer Zeit seine Arbeit niederlegte, war zunächst zu befürchten, der Laden würde komplett schließen, aber erfreulicherweise haben sich in Alexander Rohrer und Tämer El Saadany zwei wunderbare Nachfolger gefunden.

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Tee und ich

Etwa im Alter von 16 Jahren begann ich, mich mit asiatischer Philosophie zu befassen. Mich interessierte dabei zuerst der Zen-Buddhismus, der für mich durch die Bechäftigung mit John Cage noch wichtiger wurde. In diesem Zusammenhang stieß ich zunächst mehr wegen einer allgemeinen Verehrung des Exotischen auch auf den grünen Tee, den ich mehr der Form halber auch trinken zu müssen meinte. Damals schmeckte mir übrigens nur der chinesische Grüntee.

Zwar habe ich immer wieder mal grünen Tee getrunken, war aber doch eher ein Kaffeetrinker. Bis zu dem Tag, an dem ich den Matcha für mich entdeckte. Ich trinke mittlerweile jeden Morgen meine Schale Matcha, später dann einen guten Sencha und abends Bancha. Dabei lasse ich mir den Tee teilweise direkt aus Japan kommen, bestelle aber auch bei verschiedenen Teehändlern in Deutschland, wenn mir die Lieferung aus Japan zu lange dauert.
Mein Kaffeekonsum (der mir oft genug auch Sodbrennen beschert hat) ist mittlerweile auf ein Minimum gesunken. Leute, die sich mit Tee nicht gut auskennen, finden es oft seltsam, dass ich viel Geld für meinen Tee ausgebe. Ich antworte ihnen immer, dass Weinliebhaber noch viel mehr Geld in ihre edlen Tropfen investieren. Und ganz ohne Genuss lohnt sich das Leben nicht.

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