Gegessen in: Bad Saarow

Ich bin eben zurück nach einem erholsamen Wochenende in Bad Saarow mit meiner Frau. Wer den Ort nicht kennt: es handelt sich um einen immer noch beliebten Kur- und Badeort nahe Berlin am Scharmützelsee. Weitere Informationen findet man hier: http://www.bad-saarow.de/

Da wir in einer (übrigens ausgesprochen schönen) Pension übernachtet haben, mussten wir uns (abgesehen vom Frühstück) Restaurants suchen. Dies war verbunden mit einem Fußmarsch von ein paar Kilometern entlang des vollkommen zugefrorenen Scharmützelsees. In der Pension fanden wir bereits ein Verzeichnis von Restaurants, allerdings waren in der Nebensaison nicht alle geöffnet. Halb erfroren entschieden wir uns in der Not für den „Seestern“.

Das Restaurant Seestern bietet einen Panoramablick der allerdings durch die Grundstücke vor dem See verdeckt wird. Trotzdem ist die Aussicht ganz schön. Nachdem wir einen Blick auf die Speisekarte geworfen hatten, hatten wir zunächst Bedenken, hier einzukehren. Das lag vor allem daran, dass wir keine Sparte mit vegetarischen oder veganen Gerichten darauf finden konnten. Das macht es für meine Frau sehr schwierig ein passendes Gericht auszuwählen. Sie hatte dann auch keine andere Wahl als sich mit einer Tomatensuppe zu begnügen. Von der Einrichtung her ist das Restaurant durchaus angenehm und gemütlich, wenn auch etwas altbacken. Dunkle Tische, dunkle Wände, er klobige Möbel stehen einem offenen, luftigen Ambiente im Weg.

Die Bedienung war flott, allerdings nicht sehr hilfreich, als es um die Frage ging, ob man denn ein legales oder vegetarisches Gericht bekommen könne. Die Küche zeigte hier keine Flexibilität. Alle Speisen auf der Karte waren eher deftig und rustikal, allerdings bemüht auf modern getrimmt. Ich bestellte ein Schweinefilet mit Champignons. Auf dem Teller thronte zuoberst ein Miniatur Salat mit ein paar Sprossen und einem Salatblatt, versehen mit einem fruchtigen Dressing. Dieses bildete leider bereits den höchsten Genuss dieses Gerichts. Das Schweinefilet war trocken und fade, die Pilze klebten in einer nicht definierten Art Bechamel, die so uneindeutig gewürzt war, dass es auch hätte Vanillesauce sein können. Dazu gab es keine Kroketten, dies allein altmodisch genug, die zudem gewiss nicht selbst gemacht waren.

Wir wollten dem Restaurant noch eine Chance geben und bestellten einen Apfelstrudel zum Nachtisch. Dieser war labberig, innen klebrig, und das Vanilleeis als Beilage hatte eindeutig keine echte Vanille ihr aus der Nähe gesehen. Selbst die Schlagsahne schien uns aus der Sprühdose zu kommen. Das Restaurant ist keine Empfehlung wert, zumal die Preise keineswegs günstig zu nennen sind. Wir haben am nächsten Tag für dasselbe Geld sehr viel besser gegessen:

Das Restaurant „Park-Café“ & Theater am See bietet einen wunderschönen Blick auf den Scharmützelsee, ist zeitlos eingerichtet und bietet eine kleine, zeitgemäße Speisekarte. Hier halten sich traditionelle Gerichte und moderne, leichte Speisen im Gleichgewicht. Auch Vegetarier und Veganer werden hier fündig. Meine Frau entschied sich für ein fruchtiges Kürbis-Curry, ich wählte Scampi und Pulpo mit Tagliatelle und Hummersauce. Beide Gerichte waren wunderbar gekocht, perfekt gewürzt, alle Zutaten frisch, kurzum ein perfekter Genuss. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte hier voll und ganz, das Personal war geschult, umsichtig und zuvorkommend. Anhand dieser Erfahrung kann ich diesem Restaurant meine vollste Empfehlung aussprechen.

Natürlich bietet Bad Saarow noch viele weitere Restaurants, die wir nicht testen konnten. Da wir aber immer wieder gerne an diesen Ort zurückkehren, werden weitere Berichte folgen.

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Matcha von Stick & Lembke 2.0 – Was seither geschah

Ich muss sagen, ich hätte niemals gedacht, dass ein einfacher Blogbeitrag derart viel Echo erzeugen könnte, zumal ich bislang davon ausgegangen war, dass dieser Blog nicht viel mehr als mein Privatvergnügen ist… Umso schöner finde ich es, dass offenbar doch viele Grünteeliebhaber auch hier ab und zu vorbeischauen.

Seit ich meine – durchweg negative – Meinung zum Matcha von Stick & Lembke zum Besten gegeben habe, sind die Supermarktmatchas wie die Pilze aus dem Boden geschossen. In jeder Teeabteilung findet sich mittlerweile irgendein Matcha im Sortiment, besonders häufig als Matcha Latte zum einfachen Einrühren in Milch oder Sojamilch. Die Preise sind dabei durchaus recht gemischt, manche sind sehr günstig, andere recht teuer, dafür, dass sie einfach ungekühlt im Regal stehen. Der Trend gibt Stick & Lembke durchaus Recht. Offenbar gibt es eine Menge Leute, die solches Pulver kaufen und konsumieren. Bei Rewe ist der Matcha von Stick & Lembke offenbar jetzt auch fest ins Programm aufgenommen worden.

Ich habe eine zweite Packung gekauft und verkostet. (mehr …)

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Eingekauft: Drei günstige Matcha – Ein Vergleich

Einsteiger in die Welt des Matcha haben es schwer, die richtige Sorte zu finden. Es gibt unglaublich viele Anbieter, seit Matcha zum Kultgetränk der Stars geworden ist.
Zunächst gilt wie eigentlich bei allen Dingen, die man sich anschaffen will: vergleiche die Angebote und lies die Bewertungen! Letztendlich aber muss man sich entscheiden und ins kalte Wasser springen, Verköstigungen gibt es selten, manche Teehändler bieten Probepäckchen an.
Ich will meinen Teil (hoffentlich nicht nur zur Verwirrung) beitragen und hier drei Sorten zeigen, die ich jüngst bestellt und probiert habe. Ich werde auch nochmals auf ein paar Grundkriterien eingehen, die bei der Beurteilung helfen können. Dass die nötige Grundausstattung vorhanden ist, setze ich voraus (Chawan, Chasen, Chashaku).
Eine Grundregel bei günstigem Matcha: hier wird es sich niemals um Spitzentees handeln, sondern immer um solide Alltagstees. Diese kosten zwischen 50 Cent und 1 Euro pro Gramm. Soviel kostet es auf jeden Fall (es sei denn, man kauft direkt in Japan ein…). Wer das nicht ausgeben will, sollte die Finger gleich vom Matcha lassen! (mehr …)

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Are you sirius? – Ein Interview des Spiegel mit Karlheinz Stockhausen (1983)

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14024352.html

Mich beschäftigt Stockhausen schon lange. Meine Einstellung zu ihm hat sich immer wieder gewandelt. Stockhausen ist keineswegs der einzige Künstler, der von sich behauptet, es gäbe außerirdische Einflüsse in seiner Kunst. Sun Ra etwa kam nach eigener Aussage vom Planeten Saturn. Stockhausen gibt den Sirius als Ort seiner musikalischen Ausbildung an. Der „Hundsstern“ ist bekanntermaßen ein Mysterium, und die sogenannten Präastronauten im Gefolge Erich von Dänikens und Co. berufen sich ja etwa auf die rätselhaften Geschichten, die angeblich im Volk der Dogon in Afrika kursieren, wenn sie ihre Thesen von außerirdischen Besuchern untermauern möchten. Über außerirdische Musik existieren leider nach wie vor sehr wenige Untersuchungen, auch ist fraglich, ob die außerirdischen Besucher den Dogon so eine komplexe Musik vom Sirius mitbrachten, wie sie sie Karlheinz Stockhausen lehrten. Zumindest wäre mir neu, dass die Dogon ähnliche Werke wie das „Helikopterquartett“ oder „Stimmung“ komponieren. Vielleicht haben sie es auch einfach nicht so mit der Musik, ist auch egal. (mehr …)

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Matcha – richtige Zubereitung

Man findet sehr viele richtige Informationen zu Matcha im Internet, leider aber auch sehr viele falsche, gerade auf Youtube habe ich schon diverse Filmchen gesehen, bei denen sich mir die Fußnägel gekräuselt haben, und diese Filme stammten durchaus auch von renommierten Teehändlern. Höchste Zeit also, dass ich jetzt meinen Senf ebenfalls dazu gebe, hehe. Die folgende Zubereitung gilt für einen regulären Usucha, also dünnen Tee. Für Koicha würde ich mir nicht anmaßen wollen, eine Anleitung geben zu können… (mehr …)

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Zhuangzi – Das Buch der Spontaneität

978-3-89385-558-2

Wer Zhuang Zi nur von Richard Wilhelms Übersetzung kennt, sollte sich dieses Buch ansehen. Wilhelms (by the way nach wie vor sehr lesenswerte Version!) stammt aus dem Jahr 1923 (davor hatte Martin Buber einige Texte direkt ins Deutsche übersetzt, ich zähle mich zu den Glücklichen, die hiervon eine Erstausgabe besitzen). Die Sprache ist doch mittlerweile recht antiquiert. Ich empfinde die Übersetzung von Victor H. Mair als sehr erfrischend. So wie auch sein Tao Te King dieses Buch näher am ursprünglichen Text, wenn auch mit etwas modernerer Übertragung als dem Text eventuell adäquat ist. Stephan Schuhmacher hat den Text hervorragend aus dem Englischen ins Deutsche übertragen. Wenn es einen Wermutstropfen geben sollte, dann eben diesen, es ist eine Übersetzung über eine Ecke mehr. Dafür liegt hier endlich der komplette Text in Deutsch vor (Wilhelm brachte nur eine Auswahl heraus). (mehr …)

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Mizudashi Cha – Kaltwassertee: ein Hochgenuss!

Natürlich schätze ich meinen grünen Tee gewöhnlich in heißer/ warmer Form als kräftigen Sencha oder hocharomatischen Matcha. An heißen Sommertagen jedoch wünsche ich mir manchmal trotzdem ein kühles Getränk.

Für Teeliebhaber gibt es sogenannten Mizudashi Cha (Mizu = Wasser, Dashi =eigtl. „Brühe“, sinngemäß „im kalten Wasser brühen“; Experten mögen mich bitte bitte berichtigen!). (mehr …)

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